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Emp­Co-Richt­li­nie: Son­der­re­ge­lung für vor dem 27.09.2026 in Ver­kehr gebrach­te Waren ist ver­kün­det und rück­wir­kend in Kraft getreten

By 30. Oktober 2026No Comments

Die Richt­li­nie (EU) 2024/825 (sog. Emp­Co-Richt­li­nie) soll ins­be­son­de­re den Schutz von Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern vor Green­wa­shing ver­bes­sern. Der deut­sche Gesetz­ge­ber hat die Richt­li­nie in ihren inso­weit wesent­li­chen Tei­len durch Ände­run­gen im Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb umge­setzt, die am 27.09.2026 in Kraft getre­ten und sofort wirk­sam gewor­den sind. Kurz vor Inkraft­tre­ten der Ände­run­gen hat der deut­sche Gesetz­ge­ber eine Son­der­re­ge­lung für vor dem 27.09.2026 in Ver­kehr gebrach­te Waren beschlos­sen, die nun­mehr ver­kün­det wor­den und rück­wir­kend ab dem 27.09.2026 in Kraft getre­ten ist.

Die zur Umset­zung der Emp­Co-Richt­li­nie in deut­sches Recht vor­ge­nom­me­nen Ände­run­gen im Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb haben ins­be­son­de­re neue Ver­bo­te betref­fend Umwelt­aus­sa­gen zur Ver­mei­dung von Green­wa­shing zum Gegen­stand (zu ein­zel­nen Ände­run­gen näher unse­re Man­dan­ten­in­for­ma­tio­nen 11/2026, 12/026, 15/2026 und 18/2026). 

Die Ände­run­gen im UWG sind ohne beson­de­re Über­gangs­frist (abge­se­hen vom Zeit­raum zwi­schen Ver­kün­dung der Emp­Co-Richt­li­nie und dem deut­schen Umset­zungs­ge­setz und dem Inkraft­tre­ten ihrer Umset­zung) ab dem 27.09.2026 wirk­sam gewor­den – und zwar auch für Pro­duk­te und Wer­be­ma­te­ria­li­en, die schon vor dem 27.09.2026 her­ge­stellt und/oder in Ver­kehr gebracht wor­den sind (hier­zu näher unse­re Man­dan­ten­in­for­ma­ti­on 18/2026).

Am Abend des 24.09.2026 hat der Gesetz­ge­ber dann doch noch eine Son­der­re­ge­lung für vor dem 27.09.2026 in Ver­kehr gebrach­te Waren in einem neu­en § 15b UWG beschlos­sen. Dar­in ist vor­ge­se­hen, dass die Gel­tend­ma­chung von Besei­ti­gungs- und Unter­las­sungs­an­sprü­chen wegen Ver­stö­ßen gegen die auf­grund der Emp­Co-Richt­li­nie in das UWG ein­ge­füg­ten Rege­lun­gen im Hin­blick auf vor dem 27.09.2026 in Ver­kehr gebrach­te Waren „nach Treu und Glau­ben unter Berück­sich­ti­gung des Grund­sat­zes der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit“ erfol­gen soll. Im Rah­men einer „umfas­sen­den Inter­es­sen­ab­wä­gung“ sind dabei ins­be­son­de­re zu berück­sich­ti­gen: 

„1. die Schwe­re des Rechtsverstoßes,

2. die vom Unter­neh­mer unter­nom­me­nen Anstren­gun­gen zur Besei­ti­gung des Rechtsverstoßes,

3. die mit der Besei­ti­gung des Rechts­ver­sto­ßes ver­bun­de­nen Kos­ten und

4. die mit der Besei­ti­gung des Rechts­ver­sto­ßes ver­bun­de­nen Umweltbelastungen.“

Die Gel­tend­ma­chung von Besei­ti­gungs- und Unter­las­sungs­an­sprü­chen betref­fend vor dem 27.09.2026 in Ver­kehr gebrach­te Waren wird mit­hin unter eine Art Abwä­gungs­vor­be­halt gestellt, bei dem bestimm­te Gesichts­punk­te beson­ders zu berück­sich­ti­gen sind; vie­le dies­be­züg­li­che Fra­gen sind aller­dings noch offen (hier­zu näher unse­re Man­dan­ten­in­for­ma­ti­on 19/2026).

Das Gesetz, durch das die neue Rege­lung als § 15b in das UWG auf­ge­nom­men wird („Gesetz zur Moder­ni­sie­rung des Design­rechts und zur Ände­rung des Geset­zes gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb“ vom 22.10.2026), ist nun­mehr am 27.10.2026 im Bun­des­ge­setz­blatt ver­kün­det wor­den (BGBl. 2026 I Nr. 322).

Der neue § 15b UWG ist bei Ver­kün­dung sofort mit Wir­kung vom 27.09.2026 (rück­wir­kend) in Kraft getre­ten. Er gilt zwei Jah­re und tritt am 27.09.2028 auto­ma­tisch außer Kraft.

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