CIRCULAR ECONOMY

Com­pli­ance-Vor­ga­ben für Bat­te­rie­her­stel­ler zum Jahresende

By 20. November 2025November 25th, 2025No Comments

Man­dan­ten­in­for­ma­ti­on 14/2025

Zum 31.12.2025 lau­fen Über­gangs­vor­schrif­ten des Bat­te­rie­recht-Durch­füh­rungs­ge­set­zes (BattDG) aus. Zur Gewähr­leis­tung der bat­te­rie­recht­li­chen Com­pli­ance – vor allem zur Ver­mei­dung von Ver­kehrs­ver­bo­ten für ihre Bat­te­rien – müs­sen Bat­te­rie­her­stel­ler ins­be­son­de­re sicher­stel­len, mit Wir­kung zum 01.01.2026 an einer Orga­ni­sa­ti­on für Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung (OfH) betei­ligt zu sein und dies der stif­tung ear bis zu 15.01.2026 nachweisen.

Wäh­rend Alfred Tetzlaff unter dem Ein­fluss von Punsch mit Else Tan­go tan­zen und But­ler James unter dem Ein­fluss diver­ser Alko­ho­li­ka sei­nen jähr­li­chen Ver­pflich­tun­gen nach­kom­men wird, lau­fen zum 31.12.2025 bat­te­rie­recht­li­che Über­gangs­vor­schrif­ten aus: § 64 BattDG sieht Fris­ten für den Über­gang von der Richt­li­nie 2006/66/EG (Bat­te­rie­richt­li­nie) und dem Bat­te­rie­ge­setz (BattG) in die neue Rechts­la­ge nach der Ver­ord­nung (EU) 2023/1542 (EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung) und dem BattDG vor.

Das betrifft auch die Her­stel­ler von Bat­te­rien und bedeu­tet ins­be­son­de­re: Her­stel­ler müs­sen sich an einer OfH betei­li­gen, wobei eine OfH von der stif­tung ear frü­hes­tens mit Wir­kung zum 01.01.2026 zuge­las­sen wird (§ 64 Abs. 9 BattDG). Her­stel­ler, die nicht bis zum 15.01.2026 den Nach­weis ihrer Betei­li­gung an einer OfH erbrin­gen, sind nicht (mehr) als Her­stel­ler regis­triert und dür­fen damit gemäß § 4 Abs. 1 BattDG kei­ne Bat­te­rien (mehr) bereit­stel­len. Um sol­che Ver­kehrs­ver­bo­te zu ver­mei­den, soll­ten Bat­te­rie­her­stel­ler spä­tes­tens jetzt ihre bat­te­rie­recht­li­che Com­pli­ance prüfen.

Über­gang unter Zeitdruck

Seit dem 18.08.2025 gilt mit Kapi­tel VIII (Bewirt­schaf­tung von Alt­bat­te­rien) eine zen­tra­le Säu­le der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung. Die­ses Datum stand bereits seit Inkraft­tre­ten der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung im August 2023 fest, eben­so wie der Anpas­sungs­be­darf des deut­schen Bat­te­rie­rechts. Ein ers­tes Anpas­sungs­ge­set­zes­vor­ha­ben schei­ter­te infol­ge der vor­zei­ti­gen Bun­des­tags­auf­lö­sung am Dis­kon­ti­nui­täts­grund­satz; der zwei­te Anlauf in der aktu­el­len Wahl­pe­ri­ode mün­de­te in das Bat­te­rie­recht-EU-Anpas­sungs­ge­setz vom 30.09.2025, wobei des­sen Herz­stück (das BattDG) seit dem 07.10.2025 gilt – also über einen Monat nach Gel­tungs­be­ginn des Kapi­tels VIII der EU-Batterieverordnung.

Die­sen Zeit­druck gibt das BattDG auch an die Her­stel­ler von Bat­te­rien wei­ter: Weni­ger als zwei Mona­te nach dem Inkraft­tre­ten des BattDG lau­fen die ers­ten Über­gangs­vor­schrif­ten aus.

Der neue Herstellerbegriff

Der neue Her­stel­ler­be­griff der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung ist gegen­über dem frü­he­ren Her­stel­ler­be­griff im BattG kom­ple­xer gewor­den: Her­stel­ler sind alle Erzeu­ger, Ein­füh­rer, Händ­ler und ande­ren Per­so­nen, die Bat­te­rien (ein­schließ­lich in Gerä­ten oder sons­ti­gen Fahr­zeu­ge ein­ge­bau­te Bat­te­rien) erst­mals im Hoheits­ge­biet eines EU-Mit­glied­staats gewerb­lich für den Ver­trieb oder die Ver­wen­dung abge­ben (so die Kurz­fas­sung – die recht­lich ver­bind­li­che Legal­de­fi­ni­ti­on ent­hält Art. 3 Nr. 47 EU-Batterieverordnung).

Für Unter­neh­men folgt dar­aus die Com­pli­ance-Ver­pflich­tung einer Prü­fung, ob man Her­stel­ler von Bat­te­rien ist (wobei das­sel­be Unter­neh­men in mehr­fa­cher Hin­sicht Pflich­ten nach der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung tref­fen kann, etwa als Her­stel­ler und zugleich als Händ­ler von Bat­te­rien). Zu die­sen Com­pli­ance-Vor­ga­ben gehört auch die Prü­fung ent­lang der Lie­fer­ket­te (wie schon nach der frü­he­ren Rechts­la­ge unter dem BattG): Händ­ler von Bat­te­rien, deren Her­stel­ler nicht (ord­nungs­ge­mäß) regis­triert sind, kön­nen als Her­stel­ler im bat­te­rie­recht­li­chen Sin­ne gel­ten (§ 3 Nr. 1 BattDG) und damit den Her­stel­ler­pflich­ten unterliegen.

Pflicht zur Betei­li­gung an einer OfH

Her­stel­ler von Bat­te­rien tra­gen eine erwei­ter­te Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung (Exten­ded Pro­du­cer Responsibility/EPR) für ihre erst­mals auf dem Markt im Hoheits­ge­biet eines EU-Mit­glied­staats bereit­ge­stell­ten Bat­te­rien. Des­we­gen haben sie sich mit die­sen Bat­te­rien je Bat­te­rie­ka­te­go­rie an einer OfH zu betei­li­gen oder ihre erwei­ter­te Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung indi­vi­du­ell wahr­zu­neh­men (§ 7 Abs. 1 Satz 1 BattDG).

Das bedeu­tet auch: ohne Betei­li­gung an einer OfH kei­ne Regis­trie­rung als Her­stel­ler – und ohne Regis­trie­rung kei­ne Bereit­stel­lung der Bat­te­rien. 

Eine OfH muss dabei durch die stif­tung ear pro Bat­te­rie­ka­te­go­rie (Gerä­te, LV‑, Starter‑, Indus­trie- und Elek­tro­fahr­zeug­bat­te­rien) zuge­las­sen wer­den. Die Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen müs­sen dabei auch die­je­ni­gen Unter­neh­men erfül­len, die die Pflich­ten der erwei­ter­ten Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung indi­vi­du­ell wahr­neh­men wol­len. Egal, ob OfH, die von nur einem Her­stel­ler betrie­ben wird („Ich-OfH“), ob OfH für einen (etwa auf Kon­zern­ge­sell­schaf­ten) begrenz­ten Kreis von Her­stel­lern, oder ob OfH mit Öff­nung für jeden Her­stel­ler – die inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen an eine OfH sind dieselben.

Nähe­re Hin­wei­se zur Zulas­sung als OfH hat die stif­tung ear auf ihrer Web­site und ihrem Leit­fa­den vom 11.11.2025 ver­öf­fent­licht. Die­ser Bei­trag zur prak­ti­schen Erleich­te­rung der Erfül­lung der Zulas­sungs­vor­aus­set­zun­gen ist wich­tig – nicht zuletzt des­we­gen, weil die Zulas­sung der OfH zwölf Wochen ab dem Zeit­punkt, an dem alle gemäß Art. 58 Abs. EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung erfor­der­li­chen Infor­ma­tio­nen vor­ge­legt wor­den sind, als erteilt gilt (§ 8 Abs. 1 Satz 4 BattDG). Die­se Zulas­sungs­fik­ti­on hängt aber davon ab, wel­che Infor­ma­tio­nen kon­kret zur Erfül­lung der uni­ons­recht­li­chen Anfor­de­run­gen erfor­der­lich sind; dabei hilft der Leitfaden.

Ablauf von Über­gangs­fris­ten zum Jah­res­en­de: Her­stel­ler­re­gis­trie­rung und OfH

Da gemäß § 4 Abs. 1 BattDG Ver­kehrs­ver­bo­te für sol­che Bat­te­rien bestehen, die von nicht (ord­nungs­ge­mäß) regis­trier­ten Bat­te­rie­her­stel­lern bereit­ge­stellt wer­den, rückt die ord­nungs­ge­mä­ße Regis­trie­rung in den Fokus.

Neben der Vor­schrift zur Regis­trie­rung der Her­stel­ler nach dem neu­en Bat­te­rie­recht (vgl. § 5 BattDG) ord­net § 64 BattDG Über­gangs­vor­schrif­ten mit Blick auf die frü­he­re Rechts­la­ge nach dem BattG an:

Es besteht Bestands­schutz für Her­stel­ler, die nach dem BattG regis­triert sind. Nach § 64 Abs. 1 – 3 BattDG gel­ten bis zum Ablauf des 15.01.2026 Regis­trie­run­gen für Fahr­zeug­bat­te­rien (im Sin­ne des BattG) als Regis­trie­run­gen für Star­ter­bat­te­rie (im Sin­ne der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung), Regis­trie­run­gen für Indus­trie­bat­te­rien (BattG) als Regis­trie­run­gen für LV‑, Indus­trie- und Elek­tro­fahr­zeug­bat­te­rien (EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung) sowie Regis­trie­run­gen für Gerä­te­bat­te­rien (BattG) als Regis­trie­run­gen für Gerä­te­bat­te­rien (EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung).

Die­ser Über­gangs­zeit­raum geht nun­mehr sei­nem Ende ent­ge­gen: Falls Bat­te­rie­her­stel­ler nicht bis zum Ablauf des 15.01.2026 gegen­über der stif­tung ear den Nach­weis erbrin­gen, an einer OfH betei­ligt zu sein, endet die fort­gel­ten­de Bestand­re­gis­trie­rung – und zwar rück­wir­kend zum Ablauf des 31.12.2025 (§ 64 Abs. 7 Satz 1 BattDG). 

Für Her­stel­ler, die über kei­ne Bestands­re­gis­trie­rung im vor­ste­hen­den Sin­ne ver­fü­gen, gel­ten im Ergeb­nis die­sel­ben Fris­ten: Wer seit dem 18.08.2025 (also seit dem Inkraft­tre­ten von Kapi­tel VIII der EU-Bat­te­rie­ver­ord­nung) einen Regis­trie­rungs­an­trag gestellt hat, unter­liegt Son­der­vor­schrif­ten. Auch danach gilt aber: Der Nach­weis einer Betei­li­gung des Her­stel­lers an einer OfH ab dem 01.01.2026 muss gegen­über der stif­tung ear bis zum 15.01.2026 erbracht wer­den (§ 64 Abs. 10 Satz 1, Satz 3 in Ver­bin­dung mit Abs. 7, § 64 Abs. 11 Satz 1, Satz 3 in Ver­bin­dung mit Abs. 7 BattDG).

Gleich­zei­tig und kohä­rent mit die­sen Fris­ten läuft mit dem Jah­res­en­de 2025 eine wei­te­re Über­gangs­frist aus: Seit Inkraft­tre­ten des BattDG gal­ten geneh­mig­te Rück­nah­me­sys­te­me nach § 7 BattG als zuge­las­se­ne OfH nach § 8 BattDG. Die­se Fort­füh­rung von Rück­nah­me­sys­te­men als fin­gier­te OfH endet mit Ablauf des 31.12.2025 (§ 64 Abs. 6 Satz 1 BattDG). Kom­ple­men­tär dazu wer­den, wie aus­ge­führt, Orga­ni­sa­tio­nen für Her­stel­ler­ver­ant­wor­tung frü­hes­tens mit Wir­kung zum 01.01.2026 zuge­las­sen (§ 64 Abs. 9 BattDG).

Hand­lungs­be­darf für Bat­te­rien­her­stel­ler: dro­hen­de Verkehrsverbote

Win­ter Is Coming: Für Her­stel­ler von Bat­te­rien bedeu­tet der Jah­res­wech­sel damit Hand­lungs­be­darf. Die Betei­li­gung an einer OfH muss mit Wir­kung zum 01.01.2026 sicher­ge­stellt sein. Ein ent­spre­chen­der Nach­weis ist gegen­über der Stif­tung ear bis zum 15.01.2026 zu erbringen.

Die vor­ste­hend beschrie­be­nen Vor­schrif­ten umfas­sen dabei natur­ge­mäß nur einen Teil des nöti­gen bat­te­rie­recht­li­chen Com­pli­ance-Checks. Bei­spiels­wei­se bestehen wei­te­re Son­der­vor­schrif­ten für Her­stel­ler, die unter Gel­tung des BattG kei­ne Nie­der­las­sung in Deutsch­land hat­ten und für die ein Bevoll­mäch­tig­ter nach § 26 Abs. 2 BattG die Regis­trie­rung vornahm.

Die gute Nach­richt zum Schluss: Der aus den vor­ste­hend skiz­zier­ten Ver­pflich­tun­gen zum Jah­res­en­de 2025 resul­tie­ren­de Anpas­sungs­be­darf ist ein­ma­lig. Zu Sil­ves­ter 2026 wird sich mit­hin nicht die Fra­ge stel­len: „Same pro­ce­du­re as last year?“

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