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okl & part­ner ver­tritt die Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben (BImA) erfolg­reich vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leipzig

By 3. Juli 2026No Comments

Das BVerwG bejaht einen Auf­wen­dungs­er­satz­an­spruch der BImA gegen einen öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger wegen wil­der Müll­ab­la­ge­run­gen auf öffent­lich zugäng­li­chen Wald­grund­stück (BVerwG 10 C 7.24).

Das BVerwG hat­te dar­über zu ent­schei­den, wem die Ver­ant­wor­tung für die Ent­sor­gung von Dach­pap­pe-Abfäl­len zukommt, die „wild“ von Unbe­kann­ten auf einem für die All­ge­mein­heit frei zugäng­li­chen Wald­grund­stück im Eigen­tum der BImA abge­la­gert wor­den waren. Nach­dem der zustän­di­ge öffent­lich-recht­li­che Ent­sor­gungs­trä­ger (örE) die Ver­ant­wor­tung für die Ent­sor­gung der Abfäl­le zurück­ge­wie­sen hat­te, ent­sorg­te die BImA die Abfäl­le auf eige­ne Kos­ten und klag­te gegen den zustän­di­gen öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­ger auf Auf­wen­dungs­er­satz Mit die­sem Ver­lan­gen hat­te die BImA nun vor dem BVerwG Erfolg. 

Im Zen­trum der Ent­schei­dung stand die Fra­ge, ob die Klä­ge­rin als juris­ti­sche Per­son des öffent­li­chen Rechts nach dem Kreis­lauf­wirt­schafts­recht als ver­ant­wort­li­che Abfall­be­sit­ze­rin anzu­se­hen war. Das BVerwG ver­nein­te dies, so dass – man­gels greif­ba­ren Abfall­erzeu­gers – allein der örE in sei­ner Auf­fang­ver­ant­wor­tung für die Ent­sor­gung der wild abge­la­ger­ten Abfäl­le ein­ste­hen musste.

Nach Auf­fas­sung des BVerwG fehl­te der BImA die für den Abfall­be­sitz erfor­der­li­che (exklu­si­ve) Sach­herr­schaft. Die­se kom­me dem Eigen­tü­mer eines Wald­grund­stücks nicht zu, wenn die­ses auf­grund all­ge­mei­ner Betre­tungs­rech­te, etwa nach Maß­ga­be natur­schutz- oder forst­recht­li­cher Bestim­mun­gen, für die All­ge­mein­heit frei zugäng­lich sei. Denn dann unter­schei­de sich der Besitz nicht von dem­je­ni­gen belie­bi­ger ande­rer Per­so­nen. 

Wäh­rend die­se Recht­spre­chungs­li­nie bereits in der Ver­gan­gen­heit in Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts ent­wi­ckelt wor­den war, stell­te sich hier die Fra­ge, ob etwas ande­res gel­ten muss­te, weil die BImA als juris­ti­sche Per­son des öffent­li­chen Rechts nicht grund­rechts­fä­hig war. Anlass für die­se Fra­ge, die auch zur Zulas­sung der Revi­si­on geführt hat­te, war eine ande­re Recht­spre­chungs­li­nie des BVerwG, in der zur Ver­nei­nung des Abfall­be­sit­zes eines pri­va­ten Grund­stücks­ei­gen­tü­mers auch auf das Eigen­tums­grund­recht in Art. 14 Grund­ge­setz abge­stellt wor­den war: Wenn schon ein Grund­ei­gen­tü­mer kraft wald­recht­li­cher Bestim­mun­gen sein Grund­stück für das Betre­ten der All­ge­mein­heit öff­nen müs­se, kön­ne es nicht zumut­bar sein, den Grund­ei­gen­tü­mer mit der Ent­sor­gungs­pflicht für wild abge­la­ger­ten Müll gleich­sam „dop­pelt“ zu belas­ten. Das BVerwG kon­kre­ti­sier­te nun, dass es sich bei die­ser Argu­men­ta­ti­ons­li­nie ledig­lich um eine argu­men­ta­ti­ve Ver­stär­kung der – allein maß­geb­li­chen – ein­fach­ge­setz­li­chen Aus­le­gung des Abfall­be­sitz­be­griffs gehan­delt habe. In die­sem Zusam­men­hang stell­te sich der hier zustän­di­ge 10. Senat auch gegen ein abwei­chen­des obiter dic­tum des 6. Senats (Urteil v. 18.12.2014 – 6 C 13.22). 

Vor die­sem Hin­ter­grund sah das BVerwG auch kei­ne Ver­an­las­sung, dem EuGH die Fra­ge vor­zu­le­gen, ob sich die Klä­ge­rin als juris­ti­sche Per­son des öffent­li­chen Rechts – wenn schon nicht auf Art. 14 GG – zumin­dest auf die uni­ons­recht­li­che Gewähr­leis­tung der Eigen­tums­frei­heit gemäß Art. 17 Abs. 1 der Char­ta der Grund­rech­te der Euro­päi­schen Uni­on hät­te beru­fen kön­nen, was bis­lang in der Recht­spre­chung des EuGH nicht ein­deu­tig geklärt ist. Der Begriff des Abfall­be­sit­zers, der auf die Abfall­rah­men­richt­li­nie 2008/98/EG zurück­geht, sei bereits nach Maß­ga­be des ein­fa­chen Geset­zes­rechts offen­sicht­lich („acte clair“) im Sin­ne einer Ver­nei­nung der Besit­zer­stel­lung aus­zu­le­gen, so dass es kei­nes Vor­ab­ent­schei­dungs­ver­fah­rens bedür­fe.  

Rein prak­tisch bedeu­tet die­se Ent­schei­dung, dass auch juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts, die Eigen­tum an frei zugäng­li­chem Wald haben, von den jewei­li­gen öffent­lich-recht­li­chen Ent­sor­gungs­trä­gern (meist den Krei­sen oder kreis­frei­en Städ­ten) die Beräu­mung und Ent­sor­gung von wild abge­la­ger­ten Abfäl­len auf deren Kos­ten ver­lan­gen kön­nen. 

Die BImA wur­de in dem Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt von Rechts­an­walt Dr. Tim Hahn (Ber­lin) vertreten.

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